Heimat?!
Habe ich irgend einen besonderen Ort, an dem ich mich zuhause fühle? Eine Bindung habe? Oder habe ich an irgend einem Ort in der Welt noch einen Koffer stehen? Diese Fragen beschäftigen mich schon eine ganze Weile.
Einen Koffer- den habe ich sicher noch an dem ein oder anderen Ort. Aber brauche ich zwingend eine Stadt, um mich dort zuhause zu fühlen?
Nein. Das glaube ich wirklich nicht. Meine Wurzeln habe ich zwar ganz klar hier, aber mehr auch nicht.
Als ich mit 16 zum ersten Mal alleine verreiste war ich von der Provence total begeistert. Ich kam an und dachte- hier kannst du alt werden. Die Provence ist nach wie vor etwas besonderes für mich, ich mag die Lavendelfelder, die bizarren Felslandschaften der Haute Provence, die Künstlerstadt Avignon ist mir sehr ans Herz gewachsen. Gerne bin ich immer wieder dort. Später ging mir das dann mit Italien ähnlich. Die Toskana ist schon ein magischer Ort- mit ganz besonderen Menschen. Ich habe glaube ich in und um Florenz jede Kirche besichtigt. Mailand- die Stadt ist für mich nicht nur Armani- Town, sondern eine Stadt voller Musik- wenn ich alleine schon an die Scala denke.
Wenn ich so darüber nachdenke, würde ich einfach sagen- ich bin Europäer und der europäische Gedanke ist auch meiner. Was ich brauche um mich zuhause zu fühlen sind einfach meine Lieben um mich herum- da spielt es keine Rolle, wo ich gerade bin.
Was mich an einen Ort fesselt sind dann eher die Verpflichtungen anderen Menschen gegenüber, die man sich selbst auferlegt. Das sind die Ketten und Begrenzungen im eigenen Kopf. Und da sie unsichtbar sind, wiegen sie oft doppelt schwer. Ich glaube jedoch, wer das einmal erkannt hat, für den existieren diese Ketten nicht mehr wirklich. Das Leben ist nicht statisch, es wird uns nur immer eingeredet.
Eine schöne Reisezeit wünsche ich euch!