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Saturday 2 january 6 02 /01 /Jan. 23:44

Dreier
Frägt man einen Mann nach „seiner“ sexuellen Fantasie- so antworten bestimmt 99% dieser Gattung, sie träumen von einem Dreier. Da so ein Dreier auch – ich sag mal geschlechtermäßig - flexibel gestaltet werden kann bekommt frau zumindest bei Hetero- Männern auf weiteres Nachfragen meistens die Antwort „Ja neee, schon mit zwei hübschen Frauen.“ Und wie stehen eigentlich umgekehrt  die Frauen zu dieser Fantasie? Sicher hat sich jede mit diesem Thema mindestens schon einmal geistig auseinandergesetzt. Gerade weil sie weiß, Männer stehen da drauf- aber steht sie da auch drauf?  Ich habe mich das natürlich auch schon gefragt, weil ein guter Freund von mir mich neulich mit der Wahrheit konfrontierte, er hätte gerade einen Dreier gehabt. So, und wie stehe ich jetzt eigentlich dazu, wenn alle Welt um mich herum so offen ist?

Wir Frauen kennen uns mit einem Dreier – zumindest geistig-  ab einem gewissen Alter bestens aus behaupte ich einfach mal. Allerdings weiß die betreffende meist nichts davon- denn es spielt sich alles wieder einmal nur in unserem Kopf ab. Ich hatte so ein Schlüsselerlebnis in meiner frühen Grundschulzeit, als über dem Bett meines besten und allerliebsten Sandkastenfreundes auf einmal ein Poster einer gewissen dickbusigen Samantha Fox prangte – vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch? Sie wurde später alterstechnisch von Baywatch- Nixen ersetzt. Egal. Mir wurde damals jedenfalls mit einem Schlag klar 1. Männer sind in keinem Fall irgendwie in der Entwicklung hinter uns Frauen zurück und 2. unsere Freundschaft hatte sich verändert- ich konnte zwar nach wie vor weiter spucken als meine Sandkastenliebe, aber seine bewundernden Blicke galten ab sofort ihren drei Köpfen. Sam war jetzt immer dabei, she touched me! Als Achtjährige stellt einen da alleine schon die Natur vor gewisse Grenzen. Man kann da nicht mithalten.
when you go

Lerne ich heute einen Mann kennen ist mir klar- es gibt ihn nur mit seiner Geschichte, so wie mich eben mit meiner. Und mir ist sehr wohl  auch klar, man kann sich trennen- aber hat man sich auch im Herzen und im Kopf schon verlassen? Wie viel von der Ex ist noch mit im gleichen Raum und stört unsere ansonsten harmonische Zweisamkeit? Die Vorgängerin und der neue Mann meiner Träume sind sich wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass wir längst einen Dreier haben und zusammen das Bett teilen – zumindest in meinem Kopf. Wie sieht es nun in seinem aus? Und wie viel von diesem  Dreier kann ich eigentlich ertragen?  Noch schlimmer ist es, wenn die Frau aus der Vergangenheit wirklich toll ist und wir unter anderen Umständen, vielleicht in einem anderen Leben sogar beste Freundinnen sein könnten. Spätestens da liegt sie im Bett – geistig-  nicht nur neben, sondern sogar zwischen uns.

Zurück zum realen Dreier.  Auf mein Nachfragen bei Frauen, also bei denjenigen die sagten eine Ménage à trois schon gehabt zu haben- muss ich euch Männer leider aller Illusionen berauben. Sooo toll fand das in der Umsetzung eigentlich keine. Natürlich ist das keine empirische Erhebung. Eine meiner besten Freundinnen sagte allerdings zu mir, es sei irgendwie ein öffentlicher Druck  bei ihr gewesen der sie dazu veranlasst hätte. Alle in ihrem Bekanntenkreis würden behaupten- um trendy zu sein denke ich- sie seien zumindest „bi“. Nur habe es noch niemand wirklich ausgelebt.  Also habe sie sich einmal dieser Fantasie hingegeben- und sei heute davon vollkommen geheilt. Ich glaube es ist so: Wir Frauen  wissen ja wie toll viele Männer den Gedanken finden, als Frau würde man das auch mögen. Genau deshalb behaupten das auch viele Damen von sich- man will sich seine Chancen ja nicht gleich versauen und die Konkurrenz ist groß. Wir sind ja nicht blöd. Aber  ziemlich gerissen. Hat man den Fisch im Netz interessiert  die Damenwelt ihr Geschwätz von gestern nicht mehr.

Mein guter Freund ist heute von seiner damaligen Partnerin mit welcher er den richtigen realen Dreier hatte  übrigens getrennt. Man habe irgendwie eine verkorkste Beziehung ein bisschen „aufpolieren“ wollen. Aber das ginge so nicht, meinte er abschließend.

Ach und mein Sandkastenfreund von damals ist einer meiner liebsten Freunde auch noch heute- hat  eine sehr nette und intelligente Frau, dunkelhaarig und eher mit „Mäusefäustchen“ ausgestattet. Das einzige, das sie mit Samantha gemeinsam hat – sie ist ein paar unbedeutende Jährchen älter als er. Anti- Sam wurde seine große Liebe.  Intimität

Wenn ich in mich hinein höre- dann muss ich gestehn, was Männer und gerade auch den Mann meines Herzens angeht, bin ich sehr futterneidisch.  Und ich habe in diesen Gesprächen  mit Freunden – und auch in Selbstreflexion- kapiert, es ist sehr einfach viele wechselnde Partner zu haben. Der  Knochen oder harte Brocken an dem wir alle herumkauen, das ist die Intimität, die gelebt werden will. Daran scheitern wir zu oft, und wir hören wenn es in einer Liebe kriselt einfach auf, miteinander zu reden- gerade  dann wenn es am notwendigsten ist.

Weiß man das, verschwindet auch der geistige Dreier aus dem Kopf. Denn der Expartner ist  dann wirklich Vergangenheit –  er ist der Expartner, weil die Intimität fehlte oder verloren ging. Und er ist jetzt bei mir, weil die Intimität bei uns einfach da ist.  Da ist kein Platz für einen dritten im Bund.

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